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Hochvolt im Einsatz: Was Rettungskräfte wirklich wissen müssen (Checkliste)

  • Autorenbild: Markus Bollmann
    Markus Bollmann
  • 22. Aug. 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Markus Bollmann prüft ein E-Auto zu Demonstrationszwecken

Elektromobilität ist längst Alltag auf deutschen Straßen. Vom PKW über den LKW bis zur Baumaschine und das verändert auch die Anforderungen an Rettungskräfte. Ob Feuerwehr, THW oder Sanitätsdienste: Wer im Ernstfall schnell und sicher handelt, muss wissen, wie Elektrofahrzeuge funktionieren und welche Gefahren von Hochvolt-Systemen ausgehen können. Dieser Beitrag zeigt, worauf es ankommt. Klar und praxisnah.



Kurz und konkret: 6 Dinge, die bei der Schulung von Rettungskräften wirklich wichtig sind


  1. Fahrzeugerkennung sicherstellen

    Elektro- und Hybridfahrzeuge müssen bereits beim Eintreffen erkannt werden. Etwa anhand von Modelltyp, Warnsymbolen, orangefarbenen Hochvoltkabeln oder über Kennzeichenabfrage.

  2. Hochvolt-Komponenten lokalisieren

    Wer schneiden muss, braucht Klarheit über die Lage von Akku, Airbags, Steuergeräten und Trennstellen. Rettungskarten und digitale Tools sind Pflicht. Die Karte befindet sich entweder im Fahrzeug, oder kann über verschiedene Anbieter online abgerufen werden.

  3. Fachgerechte Systemdeaktivierung

    Das HV-System muss gezielt abgeschaltet werden, ob manuell oder automatisch, je nach Fahrzeugtyp. Die Systemspannung bis zu 1000 V sowie die Restenergie in den Batterien oder Kondensatoren sind lebensgefährlich.

  4. Umgang mit Akkubrand und Thermal RunawayUmgang mit Akkubrand und Thermal Runaway

    Ein beschädigter Akku kann sich verzögert entzünden. Schulungen müssen Löschverfahren, Wärmebildtechnik und ggf. Sicherung behandeln.

  5. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

    Isolierhandschuhe, Schutzbrille und HV-taugliches Werkzeug sind Standard. Kein Schmuck, keine leitfähigen Gegenstände und klare Zuständigkeiten im Team.

  6. Regelmäßige Auffrischung und Dokumentation

    Technik und Fahrzeugmodelle entwickeln sich ständig weiter. Deshalb: Schulungswissen mindestens jährlich auffrischen und Einsätze im Team nachbesprechen.



Checkliste: Hochvolt-Fahrzeuge im Einsatz

Nutze die praxiserprobte Checkliste zur Vorbereitung, Einsatzunterstützung oder Schulungsbegleitung - auch zum herunterladen:

Checkliste für Rettungskräfte im Umgang mit E-Autos


Warum das so wichtig ist: Was eine gute Hochvolt-Schulung wirklich vermitteln muss

Zunächst müssen Rettungskräfte Elektrofahrzeuge sicher identifizieren können. Typische Hinweise sind orangefarbene Hochvoltkabel, Warnsymbole oder Modellkenntnis. Die Lage von HV-Komponenten variiert je nach Fahrzeughersteller. Wer eine Karosserie öffnen oder zerschneiden will, muss wissen, wo sich Trennstellen, die Batterie oder Airbags befinden. Eine pauschale Schnittführung wie bei Verbrennern kann hier fatale Folgen haben.


Zentraler Bestandteil jeder Schulung ist die sichere Deaktivierung des HV-Systems. Das kann je nach Fahrzeugtyp manuell oder automatisch erfolgen. Die Unterschiede zwischen BEV (Battery Electric Vehicle), PHEV (Plug-in-Hybrid) oder FCEV (Wasserstofffahrzeug) müssen im Training bekannt gemacht werden. Ebenso gehört der Umgang mit Gefahrensituationen wie einem brennenden Akku dazu.


Hier reicht klassisches Löschtraining nicht aus - Stichwort: thermisches Durchgehen. Hier besteht die Gefahr, dass durch sehr hohe Hitzeentwicklung es zu einer weiteren Brandentwicklung bis zum Vollbrand kommt.


Akkus die noch nicht reagiert haben, müssen eventuell über einen längeren Zeitraum überwacht und gekühlt werden, bis die Temperaturen unter kritische Grenzwerte gefallen sind.häufig genannter Kritikpunkt ist die Ladeinfrastruktur. Jedoch existieren bereits heute einige praxisnahe Lösungen.


Hier ist eine Erweiterung der Ausbildung bei der Taktischen Lageerkundung erforderlich!

Auch persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist ein essenzieller Teil der Ausbildung. Isolierhandschuhe, Schutzbrille, HV-sicheres Werkzeug und das Verbot leitfähiger Gegenstände am Körper gehören zum Standard. Viele dieser Aspekte werden in der Praxis unterschätzt - besonders bei kleineren Rettungseinheiten oder im ländlichen Raum.


Damit diese Inhalte nicht nur vermittelt, sondern verinnerlicht werden, müssen Schulungen sowohl Theorie- als auch Praxisanteile bieten. Eine solide Struktur besteht aus einer Einführung in die Technik, praktischen Übungen am realen Fahrzeug oder einem Schulungsmodul sowie der Simulation verschiedener Einsatzszenarien. Zusätzlich sinnvoll sind digitale Tools für schnellen Zugriff auf Rettungskarten, Thermografie und systematische Nachbesprechungen im Team.


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